Archive for Februar, 2016

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Fasziniert verfolgen die Kleinen die mittelalterlichen Rittergeschichten im Marionetten-Theater „Der Zauberspiegel“. Meisterlich inszeniert von der Marionettenspielerin Nicole Christine Braunwarth.

Zauberspiegel_1

Der Zauberspiegel

Die Kinder hören im Erzähler-Zelt gebannt zu, wenn Chnutz vom Hopfen seine Geschichten aus dem Mittelalter erzählt. Vom Stricker über das Dekameron bis hin zu Hans Sachs. Bücher waren zur Entstehungszeit der Erzählungen nicht für jederman zugänglich. So wurden alte und neue Begebenheiten meistens von Mund zu Mund weiter
gegeben. Dadurch haben sich die Inhalte von Mal zu Mal verändert und es entspannen sich manchmal sogar neue Mären. Chnutz vom Hopfen trägt diese Geschichten in der Tradition der Erzähler frei vor.
In seiner eigenen Interpretation.

Chnutz_vom_Hopfen

Geschichtenerzähler Chnutz vom Hopfen

Handkarusell

handbetriebenes Kinder-Karussell

An die Urzeiten des Karussells knüpft das handbetriebene Kinder-Karussell an. Fast zu hundert Prozent besteht es aus natürlichen Rohstoffen: Naturfarbenes Zeltdach, Schmiedeeisen und kräftige Taue halten die völlig aus geflammtem, unbehandeltem Holz gefertigten Bauteile zusammen. Wie in den Anfängen dieser traditionellen Volksbelustigung wird Karussell von Antreibern bewegt. Ohne Motor, kein Strom,  extrem umweltfreundlich.

Armbrustschiessen

Armbrust-Schießen im Matrix-Wunderland

 

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Kinder-Ritterspiele in der World of Magic

Kinder-Armbrustschießen im „Matrix-Wunderland“ und Kinder-Ritterspiele in der „World of Magic“ sind besonders beliebt. Schon im Kindesalter wurde man bei Hofe und beim Adel für den ritterlichen Kampf erzogen. Und das ist bis zum heutigen Tage ein Faszinosum für die Kleinen wie man sieht:
Ritter-Leon-Melvin
Leon „Melvin von Koch in Landavium“ hat sich schon seine Waffenrüstung für das Richard Löwenherz Fest 2016 angelegt.

 

 

Als eine äusserst effektive Waffe zur Belagerung von Burgen diente seit dem Hochmittelalter das Katapult. Bei diesen Wurfmashinen wurde mit Hilfe eines Gegengewichts ein langer Hebearm in Bewegung gesetzt, der Steine und andere Gegenstände über mehrere hundert Meter schleudern konnte. Der hohe Wert der Schleudern gestand nicht zuletzt darin, neben Steingeschossen nahezu alles zur Munitionieren verwenden zu können was Schaden stiften und dem Gegen die Aussichtslosigkeit seiner Lage verdeutlichen konnte. Leichen Tiere, Fäkalien oder Feuergeschosse waren dabei durchaus erprobte Kampfmittel.

Katapulte

Das Katapult

Von den Belagerungen der Burg Berwartstein, in der Nähe von Annweiler, wurden mehr als 100 kopfgrosse Steinkugeln gefunden, von denen heute allerdings nur noch wenige vorhanden sind. Die Belagerer rundeten die Steine zu halbwegs kugelartigen Gebilden und verliehen ihnen eine möglichst annähernd gleiche Schwere. Das Gewicht der Steingeschosse musste ungefähr übereinstimmen, um die Treff Genauigkeit der Wurfmaschine zu erhöhen. Das Geschossgewicht, dessen genaue Bestimmung eine Voraussetzung zielgerechter Adjustierung der Katapulte war, hat generell ein wichtige Rolle gespielt. Wurfweiten zwischen 400 und 500 Meter waren für die grösseren Maschinen problemlos zu bewältigen. Das schwere Kriegsgerät war relativ problemlos abzubauen und von einem Ort zu einem anderen Ort zu transportieren.

Die Denare Anewilre war eine Münze, die in Annweiler zur Zeit der Staufer geprägt wurde. Da Teile der Einnahmen der nahegelegenen Annweiler Münzst.tte dem weiteren Ausbau des Trifels zugute kommen sollte, überrascht es nicht. In einer Urkunde der Zisterzienserabtei Eußerthal von 1277 werden Annweiler Münzen explizit erwähnt: pro tribus libris denaniorum Anewilre.
Muenzen-cVor allem die Staufer beförderten das königliche Münzwesen. Als Friedrich I. 1152 zum König gewählt wurde, befand sich das Münzwesen in einer Phase des regionalen Pfennigs. Ausserdem wurden im 12. Und 3. Jahrhundert Denare geprägt. Durch den Währungszwang war der Münzumlauf territorial begrenzt. Der Zahlungsverkehr an einzelnen Marktorten musste mit bestimmten Münzen abgewickelt werden. Wer auf dem Markt handeln wollte, musste dort in gültige Münzen wechseln.

Um 1250 verbreitete sich mehr und mehr der Heller, ein Pfennig aus dünnem Silberblech. Aus der Stadtrechtsurkunde Friedrich II. aus dem Jahre 1219, die „vor göttlicher Maiestät und aus besonderer Vorliebe Denare Anewilrefür die darob liegende Burg“ angestellt wurde, geht eine enge Verbindung zwischen der Stadt Annweiler und Burg Trifels hervor. Um eine sichere materielle Grundlage für die Erhaltung der herrschaftlichen und repräsentativen Funktionen während der Abwesenheit des Königs zu gewährleisten, wurde der Schlagschatz au der städtischen Münze für die Burg bestimmt. Die im 13 Jhd. einsetzende Übertragung des Münzrechts an Städte durch die Könige war eine Neuerung. Sie diente der Sicherung der Herrschermacht sowie der Erbauung und Erhaltung entsprechender Befestigungsanlagen. Annweiler war die erste Stadt, die als solche im mittelalterlichen Deutschland das Münzrecht inne hatte.

In der Kueche im Mittelalter zur Zeit von Richard Löwenherz wurde all das verarbeitet, was in der Umgebung zu finden war. So werden beispielsweise in Urkunden des 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts nicht nur für den südpfälzischen Raum so typische Weinberge erwähnt, sondern auch Obstgärten, Fruchtbäume, Weideland und Eichelmastgebiete für alle Arten von Vieh, Schafe, Hühner oder Waldpferde.
Viele Korn- und Getreidearten wurden verarbeitet, z.B. Roggen, Weizen, Spelze, Hafer, Gerste, daneben Erbsen, Bohnen, Linsen, aber auch Molkereiprodukte und Teigwaren.

Küche im Mittelalter

Eine Seite aus dem mittelalterlichen Kochbuch „Von guoten Speysen“

Schriftliche Zeugnisse sind darüber hinaus von Kräutergärten, Mühlen und Fischteichen erhalten, die einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der mittelalterlichen Menschen im pfälzischen Raum erlauben. Zahlreiche Bäche, die vom Pfälzerwald zum Rhein verliefen, wurden von Klöstern oder Bauern zu Fischteichen aufgestaut (Wooge). Die alten Süßwasserfischarten wie Forelle, Rotaugen, Zander, Hecht und Karpfen ernährten die Menschen in der regionalen Küche. Auch nahe des Zister zienserklosters Eußerthal wurde der Eußerbach zum 450 m langen Schweinswoog aufgestaut, in dem schon früher Forellen gezüchtet wurden.

 

Brot-Maedchen

Löwenherzfest in Annweiler

Bei der Kueche im Mittelater muss unterschieden werden zwischen Herrenspeise und Bauernmahl. Das aus fein gemahlenem Weizenmehl gebackene Weißbrot blieb zumeist der Herrentafel vorbehalten, während Hafer- und Roggenbrot eher auf dem bäuerlichen Tisch zu fi nden war. Dort ergänzten Getreidebreie, insbesondere aus Hafer und Gerste, mancherorts auch aus Dinkel oder Hirse die Grundnahrung.

 

Taverne_Baumstriezel

Reichhaltiges Angebot auf dem Richard Löwenherz Fest

Von den Fleischsorten blieb das Wild dem Adel und Klerus reserviert, denn das Jagdprivileg verbot der gemeinen Bevölkerung vielfach den Zugriff auf Wildschweine, Hirsche, Rehe oder Hasen. Auch Federwildarten wie Wachteln, Fasane, Rebhühner, Wildenten oder Tauben blieben dem Adel vorbehalten. Auf dem Bauernhof wurden dagegen Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen gehalten, aber auch Hühner, Enten und Gänse. Als Fett dienten in erster Linie Öl, Speck und Schmalz.