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In der Kueche im Mittelalter zur Zeit von Richard Löwenherz wurde all das verarbeitet, was in der Umgebung zu finden war. So werden beispielsweise in Urkunden des 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts nicht nur für den südpfälzischen Raum so typische Weinberge erwähnt, sondern auch Obstgärten, Fruchtbäume, Weideland und Eichelmastgebiete für alle Arten von Vieh, Schafe, Hühner oder Waldpferde.
Viele Korn- und Getreidearten wurden verarbeitet, z.B. Roggen, Weizen, Spelze, Hafer, Gerste, daneben Erbsen, Bohnen, Linsen, aber auch Molkereiprodukte und Teigwaren.

Küche im Mittelalter

Eine Seite aus dem mittelalterlichen Kochbuch „Von guoten Speysen“

Schriftliche Zeugnisse sind darüber hinaus von Kräutergärten, Mühlen und Fischteichen erhalten, die einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der mittelalterlichen Menschen im pfälzischen Raum erlauben. Zahlreiche Bäche, die vom Pfälzerwald zum Rhein verliefen, wurden von Klöstern oder Bauern zu Fischteichen aufgestaut (Wooge). Die alten Süßwasserfischarten wie Forelle, Rotaugen, Zander, Hecht und Karpfen ernährten die Menschen in der regionalen Küche. Auch nahe des Zister zienserklosters Eußerthal wurde der Eußerbach zum 450 m langen Schweinswoog aufgestaut, in dem schon früher Forellen gezüchtet wurden.

 

Brot-Maedchen

Löwenherzfest in Annweiler

Bei der Kueche im Mittelater muss unterschieden werden zwischen Herrenspeise und Bauernmahl. Das aus fein gemahlenem Weizenmehl gebackene Weißbrot blieb zumeist der Herrentafel vorbehalten, während Hafer- und Roggenbrot eher auf dem bäuerlichen Tisch zu fi nden war. Dort ergänzten Getreidebreie, insbesondere aus Hafer und Gerste, mancherorts auch aus Dinkel oder Hirse die Grundnahrung.

 

Taverne_Baumstriezel

Reichhaltiges Angebot auf dem Richard Löwenherz Fest

Von den Fleischsorten blieb das Wild dem Adel und Klerus reserviert, denn das Jagdprivileg verbot der gemeinen Bevölkerung vielfach den Zugriff auf Wildschweine, Hirsche, Rehe oder Hasen. Auch Federwildarten wie Wachteln, Fasane, Rebhühner, Wildenten oder Tauben blieben dem Adel vorbehalten. Auf dem Bauernhof wurden dagegen Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen gehalten, aber auch Hühner, Enten und Gänse. Als Fett dienten in erster Linie Öl, Speck und Schmalz.